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A*U*M*MANI
Sanskrit Lexicon
"Namaste" ist gewissermassen DER asiatische Gruss. Es ist ein achtungsvoller Gruss, im Verständnis, dass Gott im Herzen aller Wesen anwesend ist - je nach philosophischem Hintergrund auch im Sinne der Einheit allen Bewusstseins, allen Lebens.
Wörtlich heisst "Namas": Verneigung, Verbeugung, Verehrung. und "te": dir Also: Verneigung (sei) dir (dargebracht). Dieses sich Verneigen ist Ausdruck der Achtung oder des Respekts und gilt in Indien als wichtige Methode, sich vom falschen Stolz zu befreien.
ist die Ursprache der indischen Brahmanen,
aus welcher sich später das Hindi entwickelte. Noch lange
sprachen in religiösen Dramen die Darsteller hoher Kastenangehöriger
Sanskrit. Im heutigen Indien verfügen nahezu nur noch brahmanische
Priester über brauchbare Sanskrit-Kenntnisse. Viele religiöse
Texte, vor allem die Heiligen Schriften des Hinduismus, sind
in Sanskrit abgefaßt. Heute erlangen einzelne Worte über
esoterische Kreise auch im Westen Bedeutung.
Acharya/Acarya
Der Lehrer,Weiser,Meister Guru,Lama
"jemand, der durch sein Beispiel lehrt".
Ein selbstverwirklichter spiritueller Meister (Guru), der seine
Schüler und Nachfolger nicht nur durch das verbale Vermitteln
von Wissen unterweist, sondern ihnen auch durch seine Handlungen
das praktische Beispiel eines vorbildhaften Lebens zeigt. .
Ahamkara
Siehe: Feinstoffliche Hülle.
Asura
Das Wort 'Asura' wird häufig mit 'Dämon'
übersetzt. Es bedeutet jedoch:
1) Keine innere Haltung haben und nur von
ständig wechselnden Trieben und Lüsten hin- und hergeschleudert
zu werden.
2) Nicht auf die Sastras (vedische Schriften)
und nicht auf Gott ausgerichtet oder gestützt zu sein.
Asura heisst auch ohne Sonne, ohne Licht (Gottes). Asuras sind
also atheistische Wesen ohne Leuchten, ohne Sonne. Siehe: Deva.
Atma
(Atman)
Das Selbst, die ewige unzerstörbare
innere Gestalt jedes Wesens. Atma wird häufig mit 'Seele'
übersetzt. Die westliche (oft auch die christliche), von
der Psychologie beeinflusste Denkweise, meint mit dem Begriff
'Seele' die feinstoffliche oder die psychische Struktur des
Lebewesens. Daher auch der Ausspruch: "An der Seele erkrankt".
Mit dem Begriff Atma ist jedoch nicht dieser veränderliche
Stoff der feinen Materie gemeint. Atma bezieht sich einzig auf
die ewige und unveränderliche innerste Identität.
Es ist dieses innerste unzerstörbare Ich, das von den feinstofflichen
Hüllen (Manah: Denken, Fühlen, Wollen; Buddhi: Intelligenz;
Ahankara: Falsches Ego) und dem grobstofflichen Körper
eingekleidet und bedingt wird. Es ist auch der Atma, der diesen
Hüllen ein scheinbares Leben verleiht.
Wenn in deutschsprachigen Bhakti-Schriften,
die nicht den Snskritbegriff 'Atma' verwenden, von Seele, Geistesseele
oder spiritueller Seele gesprochen wird, bezieht sich das immer
auf das, was die Veden unter Atma definieren.
AUM
oder Om (Omkara)
Die Ursilbe.
Die Laute A und U verschmelzen sehr oft zu
dem Laut O. Gesungen klingt die Silbe stets AUM. Die ganze Silbe
bedeutet den vierten Zustand, den sogenannten Turiya-Zustand,
das ist ein Zustand der Vollwachheit, welcher Wachen und Träumen
und Schlafen durchdringt, zu dem sich unser Wachen bloss wie
ein Traum verhält.
"Die Silbe Om ist das 'grosse Wort', der
Ursprung der Veden, von der Natur Gottes, aller Welten Heim."
(Krsna-Caitanya im Caitanya-caritamrta) Die Silbe 'Om' wird
von Caitanya-Bhaktas auch der Same des Namens Krsna genannt.
Der Name selbst wird mit dem vollerblühten Baume verglichen.
Om repräsentiert auch das unpersönliche Brahman, das
von den Brahmavadis (oder Mayavadis) als das höchste Ziel
betrachtet wird.
Avatara
Wörtlich: Der Herabsteigende, eine in
die Welt herabgestiegene Gestalt Gottes.
Diese Gestalten Gottes nehmen keine vergängliche
materielle Hülle an. Avatara wird oft mit "Inkarnation"
(Fleischwerdung) übersetzt. Gott macht jedoch einfach nur
Seine ewige unzerstörbare Gestalt für eine bestimmte
Zeit den materiellen Augen sichtbar. Durch das Wirken Seiner
Yogamaya-Kraft erscheint Er den Menschen wie seinesgleichen,
mit einer Hülle aus Fleisch und Blut, und nur diejenigen
können Ihn erkennen, denen Er die entsprechende Sicht gibt.
Krsna sagt: "Den Toren und unintelligenten
Menschen (all jene, die vergängliche Ziele in einer vergänglichen
Welt verfolgen) offenbare Ich Mich niemals. Für sie bin
Ich von Meiner inneren Energie (Yogamaya) bedeckt, und deshalb
wissen sie nicht, dass Ich ungeboren und unfehlbar bin." (Bhagavad-gita
7.25)
Daneben gibt es noch die 'Sakti-Avesa-Avataras',
das sind grosse Gottgeweihte, die von einer bestimmten Kraft
(Sakti) Gottes erfüllt sind, um in Seinem Dienst eine bestimmte
Mission zu erfüllen. Avatara bezieht sich immer auf Gott
Selbst oder Seine Kraft, die durch einen besonderen gottgeweihten
Atma zum Ausdruck kommt.
Bhagavad-gita
Wörtlich: Gesang des Erhabenen, Gesang
Gottes.
Teil aus dem Epos Mahabharata in achtzehn
Gesängen (Kapiteln). Die göttliche Unterweisung Krsnas
an Arjuna. Bhagavad-gita As It Is (Full edition in english)
Bhagavan, Bhagavat
Der Erhabene, der Besitzer aller Füllen:
1. Der persönliche Gott in seiner Fülle;
Krsna wird in der Bhagavad-gita ständig Bhagavan genannt,
2. Ehrentitel höchster Weiser und Gottgeweihter.
Bhagavata
1. (masc.) Ein Gottgeweihter (Bhakta),
2. (neutr.) (Bhagavatam) Der Name des grossen
Bhagavata-puranas, das die Taten Gottes beschreibt.
Bhakta
Ein Gottgeweihter.
Bhakti
Dienende liebende Hingabe.
Brahma
(masc.) Der Weltschöpfer, Der erste
Sänger und Dichter (adikavi).
Ein besonders ermächtigter Atma,
der das Innere eines Universums gestaltet. Für jedes der
zahllosen Universen wird vom Herrn ein geeigneter Atma für
das Amt des Brahma ausgesucht und sollte kein geeigneter Atma
zur Verfügung stehen, übernimmt der Herr Selbst diese
Aufgabe.
Brahman
(neutr.) Die eigenschaftslose, gestaltlose
Ausstrahlung Gottes, die aus reinem Bewusstsein besteht. Der
unendliche Lichtglanz, der von der Persönlichkeit Gottes,
Krsna, ausgeht. Seine wundersame
Gestalt wird vom Brahman vor den Suchern mit noch nicht völlig
geläuterter Hingabe verhüllt.
"Ich verehre Govinda (Krsna), den urersten
Herrn, der mit grosser Macht ausgestattet ist. Die leuchtende
Ausstrahlung Seiner transzendentalen Gestalt ist das unpersönliche
Brahman, das absolut, vollständig und unbegrenzt ist und
die Mannigfaltigkeit zahlloser Planeten mit ihren verschiedenen
Reichtümern in Millionen und Abermillionen von Universen
entfaltet." (Brahma-samhita 5.40)
Das höchste Ziel der Jnanayogis, die
in das Brahman eingehen, bzw. mit ihm verschmelzen wollen.
Brahmana
Ein Angehöriger der höchsten der
vier vedischen Gesellschaftseinteilungen, ein Geistesmensch,
ein Geistträger oder Kenner des Brahman; Priester und Lehrer,
die der Gesellschaft transzendentale Führung geben.
Wahrhafte Brahmanas werden in der Schrift
die "Erdengötter" genannt. Nicht zu verwechseln mit dem
heutigen degenerierten Kastensystem (Geburtsrecht oder -zwang).
Die Sastra betrachtet es als Entartung, dass man durch blosse
Geburt in einer Brahmanafamilie zum Brahmana werden kann. "Jedes
Kind wird (im Kaliyuga) als Sudra geboren".
Auch der Kastenlose und der Nichthindu kann nach Auffassung
der Bhaktas ein Brahmana werden. Die Lebensgeschichten der grossen
indischen Heiligen seit der ältesten Zeit sind voll von
Berichten über die Durchbrechung erstarrter Kastengesetze.
Buddhi
Siehe: Feinstoffliche Hülle.
Citta
Siehe: Feinstoffliche Hülle.
Dasa
Diener.
Deva
1.) Der Leuchtende, ein Name Gottes. Von
'div', scheinen, leuchten, strahlen.
2.) Die Devas, Halbgötter, Lichtwesen,
angeführt vom Himmelskönig Indra. Sie gelten als hohe
Wesen (Atmas), die aber den Leidenschaften
und dem Kreislauf der Geburten und Tode unterworfen sind. Es
sind gottgeweihte Atmas, die aber immer noch an materiellen
Freuden angehaftet sind. Sie verwalten mit der ihnen von Gott
geliehenen Kraft das Universum. Ein anderer Name für Deva
ist 'Sura', das heisst auch Sonne. Die Atheisten heissen Asuras,
also Wesen ohne Leuchten, ohne Sonne. Jedes Wesen, das Gott
zugetan ist, zählt zu den Suras und jedes Wesen, das Ihm
abgeneigt oder sogar feindlich gesinnt ist, zählt zu den
Asuras. Deshalb sagen die Veden: "Es gibt zwei Arten von verkörperten
Lebewesen; die Suras und die Asuras".
Devi
Die weibliche Form von Deva. Wenn man in
Indien von der Devi ohne weiteren Namen spricht, ist stets die
grosse Göttin, die Maya gemeint.
Dharma
Gesetz, Recht, Wesensgesetz, Ethik, gesetzhaft
geregelte Religion. Von 'dhr', halten, der Dharma, durch den
das Weltall gehalten wird. Der Todesgott Yama heisst in Indien
auch König Dharma (Dharmaraja), d. h. der Herr des Gesetzes.
Nachdem Krsna dem Arjuna in der
Bhagavad-gita lange den Dharma erklärt hat, den Dharma
des Pfades der Werke, den Dharma des Pfades des Yoga, den Dharma
des Pfades der Weisheit und den Dharma des Pfades der gesetzhaften
liebenden Hingabe, sagt er ihm im letzten Kapitel, im 66. Vers:
"Gib alle Arten von Dharmas auf und nimm
einzig und allein bei Mir (bei Gott) Zuflucht. Fürchte
dich nicht; Ich werde dich von allen Reaktionen befreien, (die
aus der Verletzung von gesetzhaft geregelter Religion entstehen)".
Ein alter Bengalispruch lautet: "Das ewige Wesensgesetz (Sanatana-Dharma)
jedes Lebewesens ist es, Krsnas (Gottes) ewiger Diener zu sein".
Durga
Name der Maya, von 'durga',
Gefängnis. Die Herrin über das Gefängnis, welches
das Universum darstellt.
Feinstoffliche
Hülle
bestehend aus:
Ahankara
Das (falsche) Ich.
Das sich als eine Einheit, eine Person wissen,
fühlen, erleben. Die feinstoffliche Grundlage des Ichgefühls.
Dieses falsche Ich, die feinstoffliche Grundlage des Ichgefühls,
besteht aus dem Stoff der Maya. Dieses falsche
Ich ist ein Teil der feinstofflichen Hülle. Das Ahankara
veranlasst den Atma sich selbst zu vergessen. Durch dieses Selbstvergessen
ist er gezwungen, sich mit den feinen und groben Hüllen
zu identifizieren. Der Atma glaubt nun:
"Ich bin die Gesamtheit meines Körpers, meines Denkens,
Fühlens etc., ein Produkt dieser vergänglichen Welt".
Dieses feinstoffliche Ich kann durch Verletzung, Trunkenheit
usw. eliminiert werden. Das Ahankara ermoeglicht es, dass sich
der Atma irrtümlicherweise mit den unterschiedlichsten
psychischen und physischen Zuständen identifizieren kann.
Citta
Das rein rezeptive, passive Bewusstsein und
Unterbewusstsein.
Citta ist theoretisch rein, unveränderlich,
ruhig, still; tatsächlich aber voller lustbetonter oder
auch unlustbetonter Eindrücke (Zuneigung und Abneigung)
aufgrund vergangener Erlebnisse in unzähligen grobstofflichen
Körpern (auf Sanskrit: Vasanas). Das Citta ist rein rezeptiv,
passiv, und wird deswegen sehr oft mit einem Spiegel oder der
Oberfläche eines Wassers verglichen. Die Eindrucksfähigkeit
ist um so höher, je klarer und reiner dieser Spiegel ist,
gleichsam einer ganz ruhigen, stillen Wasserfläche. Je
weniger sich zwischen das Objekt, das gespiegelt werden und
einen Eindruck hinterlassen soll, und dem Spiegel des Bewusstseins
störend einschiebt, desto eher wird die Erkenntnis objektiv
sein. Also Reinheit des Bewusstseins, Klarheit der Aufnahmefähigkeit,
das Nichtverzerren der Form und Substanz und die Nichtentstellung
des Objektes auf dem Weg zwischen den physischen Sinnen (Augen,
Ohren etc.) und den Nerven bis zum Spiegel des Bewusstseins
sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Objekt als das
wahrgenommen wird, was es ist.
Davon ist sehr wohl zu unterscheiden der
Ausdruck Cit. Cit ist das, was aus reiner, unmittelbarer Erkenntnis
besteht (das, was vom erwachten Atma selbst
wahrgenommen wird). Citta dagegen besteht nicht aus Erkenntnis,
sondern es ist sozusagen ein feinstoffliches Organ, das sämtliche
Eindrücke und Empfindungen speichert und das dadurch Erkenntnis
erwirbt. Der Inhalt des Citta ist bloss mittelbare, indirekte
Erkenntnis. Buddhi
Intelligenz, Vernunft.
Das Bewusstsein stellt fest, nach Überlegung
und Erwägung, was das ist, was wahrgenommen wurde, das
heisst, es wird durch die Funktion der Vernunft erkannt, was
das im Citta erlebte Objekt ist, wo es ist, von wo es herkommt,
wie es zu erreichen ist. Diese Erkenntnis kann gemäss den
Shastras folgenden Inhalt haben:
a) Direkte Erfahrung, Schlussfolgerungen,
Wahrnehmung der Abwesenheit einer Sache oder das, was die Sastras,
die als absolute Erfahrungsquelle gelten, darüber aussagen.
Man nennt das Pramana, Erkenntnis dessen, was real ist.
b) Irrtum oder Erkenntnis einer Sache, so
wie sie überhaupt nicht ist (Viparyaya).
c) Erkenntnis einer Sache, die nur als blosses
Wort besteht, aber keineswegs eine Realität hinter sich
hat, z. B. "das Horn eines Hasen". Man nennt das Vikalpa.
d) Gedächtnis, Erinnerung, ein Wissen,
das aus dem Eindruck entstand, den eine frühere Erfahrung
hinterliess (Smrti).
e) Schlaf, d. h. die Erkenntnis hat überhaupt
nichts zum Gegenstand, das Bewusstsein ruht; man nennt das Nidra.
Diese Überlegungs- und Analysefähigkeit
der feinstofflichen Hülle nennt man Buddhi. Manas
Das Gefühl, der Wille, Verstand oder
Geist.
Diese Schicht der feinstofflichen Hülle
besteht aus der Bereitschaft etwas zu erleben. Diese Bereitschaft
führt zu einem Begehren, das als "Wohl" Erlebte von neuem
und stärker zu erleben, gedanklich, in der Phantasie bei
dem Wohl gebenden Objekt zu verweilen - oder auch, bei dem Unwohl
gebenden Objekt zu verweilen, darüber zu brüten. Diese
ständige Bereitschaft des Bewusstseins wird Manas genannt.
Auch die Gesamtheit aller Bewusstseinsschichten heisst zuweilen
Manas. Aus dem Manas entwickelt sich ein Begehren, Lust, Kama
genannt. Es ist das Manas, das ein Objekt begehrenswert macht,
das ihm Farbe verleiht, so dass es als anziehend empfunden wird.
Ebenso enthält dieses Bewusstsein der Bereitschaft auch
das Gegenteil - nicht Lust, sondern "Hass" oder Krodha, also
Ablehnung dessen, was entweder als Unwohl erlebt wird, oder
dessen, was sich dem Erleben eines Wohles in den Weg stellt.
Krsna sagt:
"Die acht Stoffe Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist
(Manas), Intelligenz (Buddhi) und falsches Ego (Ahankara) bilden
zusammen Meine abgesonderte, materielle Energie (Prakrti)."
Bhagavad-gita 7.4
Ganga
Der heilige Strom Ganges. Er gilt als ein
Tropfen aus dem "Ozean aller Ursachen" (in welchem Maha-Visnu
liegt). Die Sastra sagt: der himmlische Ganges entspringt den
Füssen Krsnas, sinkt herab auf das Haupt des in Meditation
versunkenen Siva und gibt diesem seine Kraft, er durchflutet
dann entsühnend die Erdenwelt, sinkt noch tiefer herab
und erquickt auch die unteren Welten der Asuras. Es ist nicht
das physische Wasser gemeint, sondern das transzendentale Wasser,
das unsichtbar dem physischen Wasser zugrunde liegt.
Gopis
Die Hirtinnen in Vrndavana, die ewigen Gefährtinnen
Krsnas; Bhaktas höchsten
Ranges. Die Gopas, Hirten und die Gopis werden als die ewigen
Gefährten Krsnas angesehen, die mit Ihm aus Seinem inneren
Reich zur Erde herabgestiegen sind und zur Zeit Caitanyas nochmals
mit Ihm hinabstiegen.
- Worte Krsnas zu Arjuna aus dem Adi-purana:
"Arjuna, um dir die Wahrheit zu sagen: Die Gopis sind Mein Ein
und Alles, Gefährtinnen und Geliebte. Sie umhegen Mich
wie Gurus, sie dienen Mir wie Schüler,
sie sind Gegenstand Meines Genusses, Freunde sind sie und Frauen,
und was sind sie nicht noch! Sie kennen das Fühlen Meines
Herzens. So wie sie, o Arjuna, kennt Mein innerstes Wesen niemand."
Über die Liebe der Gopis (aus dem Caitanya-caritamrta):
"Die Liebe der Gopis ist reine fleckenlose Gottesliebe, niemals
Lust. Liebe und Lust haben vollkommen verschiedene Eigenschaften,
ebenso wie Eisen und Gold ihrem Wesen nach verschieden sind.
Das Ziel von Lust ist lediglich selbstische Einung mit dem Gegenstand
der Lust, während es das Motiv der mächtigen Prema
(der Gottesliebe) ist, allein Krsna (Gott) zu erfreuen. Alles
haben sie aufgegeben und dienen liebend Krsna."
Gunas
Die 3 Erscheinungsweisen der materiellen
Energie, der Maya-sakti.
1. Sattva: Tugend, Reinheit.
2. Rajas (Rajah): Leidenschaft; das aktive,
rastlose Prinzip.
3. Tamas (Tamah): Unwissenheit, Traegheit
oder Dunkelheit.
Guru
Der geistige Lehrer oder Meister, von 'guru',
schwer, bedeutend, ausgezeichnet.
Der wahre Guru, der sehr schwer zu finden
ist, gilt den Bhaktas als erste Offenbarung Gottes, die dieser
dem aufrichtigen Gottsucher zuteil werden lässt. Der echte
Guru führt den Schüler vom Leid der Ich-Bezogenheit
zur Seligkeit der Krsna- (Gott-) Bezogenheit.
"Man sollte wissen, dass der anweisende Guru
(Siksa-guru) der direkte Vertreter Krsnas
ist. Sri Krsna manifestiert Sich in zwei Formen: Als die im
Innern weilende Überseele (Antaryami, Paramatma) und als
der beste Bhakta." (Caitanya-caritamrta I, 1. 47)
Es ist Krsna Selbst, der Sich dem neuen Gottgeweihten
durch einen reinen, ergebenen Bhakta offenbart. Rein bedeutet
in diesem Zusammenhang: Rein im Vorhaben; keine anderen Absichten
(direkt oder indirekt) zu verfolgen als Krsna liebevoll dienend
zu erfreuen und diese liebevoll dienende innere Haltung anderen
weiterzuvermitteln. Von der materiellen Seite her betrachtet,
mag ein solcher Bhakta Fehler begehen. Mit Reinheit des Herzens
ist also nicht Fehlerlosigkeit gemeint, sondern allein die innere
Absicht, das innere Streben, einzig und allein Krsna erfreuen
zu wollen.
Hare
1.) Die vokative Form von Hara, Sri Radha.
2.) Die vokative Form von Hari, ein anderer
Name Krsnas.
Im Hare-Krsna-Mantra
bezieht sich Hare immer auf Sri Radha. Siehe: Radha.
Isa
Herrscher, Gott, von 'is', herrschen, regieren.
Jnana
Theoretisches transzendentales Wissen und
Unterscheidungsvermögen. Bezieht sich vor allem auf das
Wissen von Atma und Brahman.
Kala
Die unüberwindliche und unerbittliche
Zeit. Denen, die Gott nicht lieben, erscheint Er in der furchtbaren
Gestalt der allwaltenden und alles verschlingenden Zeit.
Kali
(masc.) Der Herr des finsteren Zeitalters,
wörtlich: Streit, Zwietracht, Heuchelei, Krieg.
(fem.) Die Göttin Durga, die Kerkermeisterin,
eine der Gestalten, in welchen sich Gottes Macht, die Maya,
offenbart.
Kaliyuga
Das eiserne Zeitalter, das finstere Zeitalter
der Zwietracht und Heuchelei.
Gemäss vedischer Zeitrechnung (siehe
"Vedic Cosmography and Astronomy" von Richard L. Thompson) begann
das Kaliyuga (nach gregorianischem Kalender) am 18. Februar
3102 vor Christus mit dem Weggehen Sri Krsnas von der Erde und
es dauert noch ca. 426'900 Jahre.
Karma
1. Tat, Handlung.
2. Schicksal, das durch die unentrinnbaren
Folgen der Taten in früheren Leben herbeigeführt wird.
Jede Handlung oder Unterlassung erzeugt eine entsprechende Reaktion,
die sich im Laufe der fortgesetzten Verkörperungen in Form
von Glück, Leid oder einer Mischung der beiden auswirkt.
- "Ich verehre die Urgestalt, den Govinda
(Krsna), der das Schicksal eines jeden Wesens - vom Himmelsherrscher
Indra bis zur Mikrobe - den Früchten der früheren
Taten entsprechend, seinem Ziele zuführt, der aber das
Karma jener verbrennt, die Ihm in Liebe hingegeben sind." (Brahma-samhita)
Krsna (Krishna)
Die göttliche Urgestalt, die Persönlichkeit
Gottes in ihrer Fülle. Wörtlich: Der Allanziehende.
Es heisst, dass Krsna ewig in Seinem eigenen
Reich weilt, aber auch in Gestalt des Avataras Krsna zur Erde
herabstieg und für eine gewisse Zeit Sein ewiges Reich
offenbarte. Das Wort Krsna wird von den Bhaktas von 'krs' abgeleitet,
das heisst, anziehen. Das dem Namen Krsna verwandte Wort 'Akarsana-sakti
' bedeutet die Anziehungskraft Gottes. Akarsana bedeutet auch
Magnet. Dieser Gottesname bringt zum Ausdruck, dass Er der allanziehende
Mittelpunkt aller Dinge und aller Atmas ist.
- "Krsna, den man als Govinda kennt, ist
der höchste Herrscher. Er besitzt einen ewigen, glückseligen,
spirituellen Körper voller unbegrenzter Erkenntnis. Er
ist der Ursprung allen Seins. Er Selbst hat keinen anderen Ursprung,
denn Er ist die urerste Ursache aller Ursachen." (Brahma-samhita
5.1)
Krsna-Caitanya
Der 'verborgene Avatara
des Kaliyugas,' der wiedergekehrte Krsna.
Er wird auch Gaura oder Gauranga, d. h. der Goldstrahlende,
genannt. Krsna-Caitanya bedeutet wörtlich: Der das Bewusstsein
von Krsna, von Gott, in den Herzen erweckt. Die sehr melodische
Bengalisprache ist gleichsam in den Fussspuren Krsna-Caitanyas
aufgeblüht. Man zählt etwa 20'000 Volkslieder zu Seinen
Ehren.
Das Hauptquellenwerk für das Leben und
Wirken Sri Caitanyas ist das grosse Werk Caitanya-caritamrta,
wörtlich "der Nektar des Lebens Caitanyas". Es ist in gereimten
Bengalistrophen und in Sanskritstrophen abgefasst und wurde
im 16. Jahrhundert niedergeschrieben von Krsnadasa Kaviraja
aufgrund der Tagebücher und eingehenden Berichte der vertrautesten
Schüler und Begleiter Caitanyas, welche die Lehrer dieses
Autors waren. Die Originalhandschrift ist noch erhalten und
wird in einem Tempel in Vrndavana aufbewahrt.
"Was die Upanisaden als das unpersönliche
Brahman beschreiben, ist nichts als die körperliche Ausstrahlung
Caitanyas, und der als Paramatma (Antaryami, Überseele)
bekannte Herr ist nichts als Sein lokalisiertes vollständiges
Teil. Sri Caitanya ist die höchste Persönlichkeit
Gottes, Krsna Selbst, von sechs Reichtümern erfüllt.
Er ist die absolute Wahrheit, und keine andere Wahrheit ist
grösser als Er oder kommt Ihm gleich." (Caitanya-caritamrta
I, 2. 5)
Ksatriya
Die verwaltende Gesellschaftsschicht. Dazu
gehören Regierungsmitglieder, Polizei und Militär.
Siehe auch Brahmana, Vaisya, Sudra und Kastensystem.
Mahatma
Grosser Atma, grosse Seele.
Ehrentitel von Weisen und Gottgeweihten.
Ohne weitere Namensbeifügung bedeutet es in unserer Zeit
zumeist Mahatma Gandhi.
Manas
Siehe: Feinstoffliche Hülle.
Mantra
Lebendiges Wort, den Atma erweckendes Wort.
Der Mantra gilt als eins mit jenem Aspekt Gottes, der durch
den Mantra angerufen wird. Die Essenz des Mantra ist immer ein
Name Gottes. Das Wort Mantra wird hergeleitet von 'man' (denken)
und 'tra' (der Retter, der Befreier), also, "er rettet jenen,
der ihn denkt". Im gegenwärtigen Kaliyuga liegt die einfachste
Form des Gottdienens im Singen oder Sprechen des Maha-Mantras,
Hare Krsna Hare Krsna Krsna Krsna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare,
der aus drei Namen Gottes besteht. Das aufrichtige
Singen oder Sprechen dieses Mantras entfaltet selbst bei jenen
seine Kraft, die noch nicht vorschriftsgemäss eingeweiht
sind. Die Einweihung (Initiation), bzw. die Vermittlung der
richtigen inneren Haltung durch den echten Guru,
wird dennoch zu einer zwingenden Notwendigkeit.
Mathura
Die Honigstadt, uralte Stadt am Strome Yamuna,
"Geburtsort" Krsnas.
Maya
Die Macht Gottes, die Herrscherin über
die Welt des Messbaren, die Gott verhüllende Kraft, die
Magd Radhas, der Schatten Radhas. Das Wort Maya wird abgeleitet
von 'ma', messen. Diese Maya drückt sich in unterschiedlicher
Weise aus. Als "verhüllende Kraft" verhüllt sie das
reine Bewusstsein des Atma im Körper.
Als "fortschleudernde Kraft" schleudert sie den Atma vom Zentrum
allen Seins (Gott) fort. Durch sie erhält der ewige und
unveränderliche Atma ein falsches Ichbewusstsein und eine
feinstoffliche (psychische) und eine grobstoffliche (physische)
Hülle. Als fortschleudernde Kraft kann man die Maya mit
der Zentrifugalkraft der Physik vergleichen. Die Maya bewirkt
nicht nur Täuschung, Unwissenheit oder Illusion. Als Prakrti,
die Gesamtheit der sichtbaren und unsichtbaren Natur, ist sie
gestaltende Kraft und die Grundsubstanz aller Stoffe (der groben
und feinen Materie).
Mukti
cNarada
Genannt der göttliche Rsi. Er gilt als
Sohn Brahmas, des Schöpfers, und ist ein Gottgeweihter,
der, wie man sagt, immerdar mit seiner Vina die Welten von Zeit
und Raum durchwandert, um den Lebewesen Gottesliebe zu schenken.
Aus dem Gespräch zwischen Narada und Vyasadeva: "Seitdem
reise ich durch die Gnade des allmächtigen Visnu ohne Einschränkung
überall umher - sowohl in der transzendentalen als auch
in der materiellen Welt. ...Während ich so umherreise,
singe ich ständig die transzendentale Botschaft der Herrlichkeit
des Herrn, indem ich auf meinem Saiteninstrument, der Vina,
spiele, das mit transzendentalem Klang erfüllt ist und
das mir von Sri Krsna gegeben wurde. Wenn ich so über den
höchsten Herrn, Sri Krsna, singe, dessen Lotosfüsse
die Quelle aller Tugend und Heiligkeit sind und dessen Taten
zu hören grosse Freude bereitet, erscheint Er auf dem Sitz
meines Herzens - als sei Er gerufen worden." (Bhagavatam I,
6. 31-33)
Narasimha oder Nrsimha
Löwenmensch oder Geistlöwe, Avatara
Gottes, beschrieben mit Menschenleib und Löwenhaupt. Seine
Verehrung ist sehr alt. Er wird dafür gepriesen, dass er
mit Seinen diamantenen Klauen den Schleier der Maya hinwegreisst.
Sein Erscheinen wird sehr ausführlich im siebten Buch (Canto)
des Bhagavata-purana geschildert.
Paramatma (Paramatman)
Der höchste Atma,
der Atma aller Atmas, die Weltseele, die Überseele; Gott,
der Sich in diesem Aspekt im Herzen aller Wesen und in jedem
Atom befindet.
Prakrti
Die Gesamtheit der sichtbaren und unsichtbaren
Materie.
Pralaya
Weltauflösung.
Prasada
Die Barmherzigkeit Gottes. Die sakramentale
Opferspeise, das heisst jedes Mahl der Bhaktas; von 'sad', sitzen,
nahe bei Gott sitzen.
Die Bhaktas sind überzeugt, dass in
der Speise, die sie vor dem Mahl liebend Gott darbieten, Gott
Selbst Sich ihnen liebend schenkt. Ein solcher Bhakta wird niemals
sagen: "Ich esse", sondern "ich nehme (ehre) den Prasada". Die
wörtliche Übersetzung des Wortes Prasada ist Gnade,
göttliche Gnade.
Der Herr (Sri Bhagavan) sprach: "Wer Mir
mit Liebe ein Blatt, eine Blume, eine Frucht oder auch nur ein
wenig Wasser darbietet, dessen liebende Gabe nehme Ich an. Alles
was du tust, alles was du isst, was du opferst, was du hinschenkst,
was du übst in Askese und Meditation, das alles tue in
Hingabe an Mich." (Bhagavad-gita 9. 26-27)
Radha
Die Freude Gottes als Gestalt in Gottes innerem
Reich, von 'radh', liebend verehren. Sie offenbart sich auf
Erden als eine der Gopis, namens Radha. "Srimati Radhika (Radha)
ist die Umwandlung von Krsnas Liebe. Sie ist Seine innere Energie,
die man Hladini nennt. Diese Kraft der Hladini schenkt Krsna
höchste Glückseligkeit und sie nährt (durch ihre
Freudenkraft) Seine Geweihten." (Caitanya-caritamrta I, 4. 59-60)
Rama
Wörtlich: Der Freudegeber, Quelle aller
Freude. Avatara Gottes.
Rsis
Die Urlehrer der Menschheit.
Samsara
Die Wandelwelt, die vergängliche Welt
des immer erneuten Geborenwerdens und Sterbens. Das Rad der
Wiedergeburt, der Kreislauf von Geburt und Tod.
Sanskrit
(samskrta)
Die Kult- und Kunstsprache des alten Indien.
Von Sanskrit und Prakrit stammen Hindi, Bengali, Marathi, Gujarati
und andere heute in Indien gesprochene Tochtersprachen des Sanskrit
ab. Die Sprache Urdu, die von vielen Mohammedanern in Indien
gesprochen wird, ist Hindi mit Beimengungen von persischen und
arabischen Worten, nur die Schrift ist verschieden, sie wird
von rechts nach links geschrieben wie das Hebräische und
nicht von links nach rechts wie die indogermanischen Sprachen.
Urdu bedeutet eigentlich Sprache der Basare und des Marktes.
Auch Pali, die heilige Sprache des südlichen
Buddhismus ist eine Tochtersprache des Sanskrit. Und auch die
alten historischen und kultischen Schriften in Burma, Siam usw.
sind in Sanskrit verfasst. Der indische Kulturkreis erstreckte
sich einst weit über die Länder Hinterindiens und
die Inselwelt von Indonesien. Die tamilischen Sprachen im Süden
Indiens sind nicht Tochtersprachen des Sanskrit, aber stark
mit Sanskrit durchsetzt.
Sakti
Die Macht (Energie oder Kraft) Gottes, von
'sak', können.
Man unterscheidet zwischen:
Cit-Shakti (Svarupa-Shakti),
Maya-Shakti und
Tatastha-Shakti (Jiva-Shakti).
Bhakti-Shakti - Die Kraft der Liebe zu Gott.
Sankaracarya
Philosophischer Genius, etwa 800 nach Christus
in Südindien geboren. Er überwand die Spaltung zwischen
Hindus und Buddhisten, die Indien zerriss und führte die
indischen Buddhisten wieder in die Gemeinschaft der den Veda
anerkennenden Hindus zurück. Manche nennen seine Lehre
"Buddhismus in Verhüllung". Die Essenz seiner Lehre: Das
Brahman ist real. Das Weltall ist nicht real. Das Brahman und
das innere Selbst (Atma) jedes Wesens sind eins. Die Sastras
beschreiben ihn als Inkarnation Sivas, der kam, um den Veden
wieder Anerkennung zu verschaffen.
Sarasvati
Einer der sieben heiligen Ströme Indiens.
Die Sarasvati ist ein mit den irdischen Augen nicht sichtbarer
Strom, der Strom der Weisheit. Man sagt, dass sich dieser unsichtbare
Strom bei der alten heiligen Stadt Prayag oder Trivedi (heute
Allahabad) mit den beiden anderen heiligen Strömen Indiens
Ganga (Ganges) und Yamuna (Yumna) vereinigt. Sarasvati heisst
auch Sprache, Stimme, Gelehrsamkeit, es ist der Name der Göttin
Weisheit, Sarasvati Devi, der Ehefrau Brahmas.
Sastra
Unter Sastras werden jene Texte verstanden,
die als nicht menschlichen Ursprungs (apauruseya) gelten und
die entsprechend Brhad-Aranyaka-Upanisad II,4.10 von Gott ausgeatmet
wurden. Dazu gehören die vier Veden
mit den Upanisaden, sowie der sogenannte 'fuenfte Veda', das
sind die Itihasas (Chroniken) und die Puranas, ferner die Pancaratras
und die Sutras. Ausserhalb dieser Sastras im eigentlichen Sinn
stehen die Schriften späterer Meister, die zuweilen ebenfalls
als Sastra bezeichnet werden. Krsna sagt:
"Wer die Anweisungen der Sastra missachtet und nach seinen eigenen
Launen handelt (was jedem frei steht), erreicht weder das, was
er sich erhofft, noch Glück, noch das höchste Ziel.
Man sollte daher anhand der Beweisführung der Sastra lernen,
was der Mensch tun und was er lassen soll. Wenn man diese Erklärungen
kennt, sollte man so handeln, dass man allmählich erhoben
wird." (Bhagavad-gita 16. 23-24) Siehe: Veda.
Siva
Auch Rudra, oder Mahadeva, d. h., der "grosse
Gott", genannt, der Herr der Yogis, der den Schleier der Welt
hinwegnimmt. Eine Teilerweiterung Visnus;
er gilt als der grösste Bhakta Krsnas; von 'siva', selig,
selig machend.
Sri
1. Reichtum, Heiligkeit,
Reichtum an Liebe.
2. Beiname Laksmis, der Göttin des Reichtums.
3. Beiname Radhas.
4. Wort, das den Namen verehrungswürdiger
Personen und Schriften vorangesetzt wird.
Sudra
Angehöriger der vierten der vier vedischen
Gesellschaftseinteilungen. Handwerker, Arbeiter, Angestellte
der drei anderen Gruppen. Siehe: Kastensystem.
Suka
Der Sohn Vyasadevas, der Sprecher (Sänger)
des Bhagavata-puranas; wörtlich: Papagei. Suka sang nach,
was ihm der Vater vorgesungen hatte.
Svami
Meister oder (Be)Herrscher seiner Sinne,
auch Gosvami;
einer, der sein ewiges Selbst (sva) kennt;
einer, der das Selbst besitzt oder danach
strebt, es zu besitzen;
ein Mönch, der den Drang des Redens,
des Zornes, des Geistes, des Magens, des Genitals und der Zunge
beherrscht.
Upanisad
Geheimlehre, die als Essenz des Veda
gilt, von 'sad', sitzen, nahebei sitzen, nahe dem Guru sitzen,
der die geheime Weisheit dem begierigen Schüler mitteilt.
Vaisya
Die dritte der vier vedischen Gesellschaftsschichten;
die Gruppe der Händler, Bauer. Siehe: Kastensystem.
Vasanas
Eindrücke von Lust (Zuneigung) und Hass
(Abneigung) im Citta, die aus vielen verschiedenen Leben stammen.
Man unterscheidet zwischen:
1. Sat-Vasanas: Sattvahafte Eindrücke,
die - ohne dass man sich darüber bewusst ist - in uns aufsteigen
und uns inspirieren, uns selbst mit sattvahaften Dingen und
Tätigkeiten zu beschäftigen.
2. Asat-Vasanas: Rajas- und tamashafte Eindrücke,
die unser falsches Ich-Bewusstsein stärken und die nicht
zur Befreiung (Mukti) des Atma führen.
3. Bhakti-Vasanas: Alle Eindrücke im
Citta, die aus der regulierten Hingabe (Sadhana-Bhakti) stammen.
Diese Bhakti-Vasanas sind ein kostbares Gut, denn sie gewähren
dem Atma eine erneute Geburt als Mensch und dadurch eine neue
Gelegenheit zu noch liebevollerem Gottdienen.
Veda
(Vedische Schriften)
Das heilige Wissen. Von 'vid', wissen. Der
Veda gilt als 'apauruseya', übermenschlich. Das heilige
Wissen ist ewig, es existierte schon vor der Schöpfung
und es wird auch nach der Vernichtung aller Universen weiterbestehen,
so heisst es. Die Veden gliedern sich in vier Abteilungen.
1. Rg-Veda, der Veda der Verse,
2. Sama-Veda, der Veda der Gesänge,
3. Yajur-Veda, der Veda der Opfersprüche
und
4. Atharva-Veda.
Die Upanisaden oder Vedanta (Ende des Veda)
sind ein Teil des Veda. Ausser den genannten Schriften des Veda
im engeren Sinn oder Sruti (Offenbarung durch den göttlichen
Klang), zählen die Inder zum Veda noch eine grössere
Anzahl weiterer Schriften, die sie Smrti (Erinnerung) nennen.
Dazu gehören nach Madhusudana Sarasvati (1'100 n. Chr.)
Schriften über Lautlehre, Dramatik, Erklärung der
Mantrabegriffe, ein Wörterbuch über die Synonyme,
Schriften über Metrik, Astronomie, Zeremoniell, Hausleben,
Initiation, Logik, Opfer, Recht und Sitte, Geschichte, Yoga,
Gottesverehrung, Medizin, Liebesleben, Kriegswissenschaft, Gesang,
Tanz, Musik, Lebensklugheit, Pferdebehandlung, Handwerk, Kochkunst
und die "übrigen vierundsechzig Künste" usw. Vor allem
gehören noch dazu die den Veda erklärenden achtzehn
Puranas (Das Wort Purana heisst alt, von den Caitanya-Bhaktas
wird es mit 'purna', göttliche Fülle, in Zusammenhang
gebracht). Von den Puranas stehen den Bhaktas das Bhagavata-purana,
Visnu-purana, Padma-purana, Naradiya-purana, besonders nah.
Auch die Bhagavad-gita oder Gita-upanisad steht dem Bhakta sehr
nah.
Gott sprach: "Im Laufe der Zeit, zur Zeit
der Weltauflösung, ist die Stimme, (die Sprache, das Wort)
die als Veda bekannt ist, verlorengegangen. Sie wurde zuerst
von Mir dem Brahma, dem Schöpfer gelehrt. Von ihm wurde
es seinem Sohne Manu überliefert und von diesem den anderen
grossen Rsis." (Bhagavatam, Uddhava-gita) Siehe: Sastra.
Visnu
Wörtlich: Der Alldurchdringende. Der
die Welt erhaltende und tragende und beschirmende Aspekt Gottes.
Man unterscheidet drei Aspekte Visnus, der, nach Anschauung
der Veden, selbst wieder von Krsna ausgeht:
1. Maha-Visnu, das heisst, der grosse Visnu.
Er weilt im "Ozean aller Ursachen". Zur Zeit der Schöpfung
entströmen seinem gigantischen transzendentalen Körper
Myriaden von Universen, die, erregt durch die Kraft Seines Blicks,
mit unzähligen Atmas befruchtet werden.
Das ist das Anheben der Schöpfung. Die Aussendung der Kraft
Seines Blickes bedeutet das Aussenden der Atmas, der ewigen
Seelen, in das Reich der Maya. Wenn die
Schöpfung wieder aufgelöst wird, gehen all die Universen
in unmanifestierter Form wieder in Seinen Körper ein. All
die Atmas, die bis zu diesem Zeitpunkt noch immer in der Welt
der Maya verstrickt sind, gehen ebenfalls in Seinen Körper
ein, um dort in einem tiefschlafähnlichen Zustand zu ruhen,
bis die Zeit zur nächsten Schöpfung naht.
2. Ein vollständiger Teil (Erweiterung)
von Maha-Visnu, Garbhodakasayi-Visnu, steigt, ohne dass Seine
Fülle gemindert wird, in das Reich der Maya hinab, in jedes
einzelne von zahllosen Universen. Aus Seinem Nabel wächst,
der Überlieferung zufolge, ein mystischer Lotos hervor,
in welchem Brahma, der Schöpfer und Ordner aller Planeten
und Wesen im Universum, zum Leben erwacht.
3. Ein weiterer vollständiger Teil Maha-Visnus
wird als der im "Milchmeer" weilende Visnu, Ksirodakasayi-Visnu,
bezeichnet. Dieser Visnu stützt und trägt das Universum.
Er wohnt in jedem Herzen als der Zeuge des leisesten Gedankens
und Er weilt in jedem Atom. Er ist auch als Paramatma bekannt.
"Visnu hat drei Formen, die man Purusas nennt.
Der erste, Maha-Visnu, ist der Schöpfer der gesamten materiellen
Energie (mahat-tattva); der zweite ist Garbhodakasayi-Visnu,
der in jedem Universum weilt, und der dritte ist Ksirodakasayi-Visnu,
der im Herzen eines jeden Lebewesens weilt. Wer diese drei kennt,
wird aus den Klauen Mayas befreit." (Satvata Tantra)
Vrndavana
Vrndavana liegt ca. 140 km süd-östlich
von Delhi. Diese Stadt, wo Krsna vor rund 5000 Jahren Seine
Kindheitsspiele offenbarte, beheimatet heute fast 5000 Tempel,
welche die vielen Pilger und Besucher an die lieblichen Taten
Sri Krsnas erinnern.
Vyasadeva
Ein grosser Rsi, der auch als Avatara
(Sakti-Avesa-Avatara) angesehen wird. Vyasa gilt als Verfasser
oder Ordner der Veden, des Epos Mahabharata, zu dem die Bhagavad-gita
gehört, der Puranas einschliesslich des Bhagavata-purana
oder Bhagavatams und der Brahmasutras, welche in knappster Fassung
die Essenz der Upanisaden enthalten.
Yajna
Opfer. Das einfachste und zugleich erhabenste
Opfer im gegenwärtigen Zeitalter ist das Sankirtan-yajna
(samkirtana-yajna), das Opfer des gemeinsamen Singens der heiligen
Namen Gottes. Siehe: Mantra.
Yamuna (heute Yumna)
Heiliger Strom, entspringt im Himalaja und
vereinigt sich bei Prayag (Allahabad) mit der Ganga (Ganges).
Der Strom Yamuna spielt eine grosse Rolle in der Jugendgeschichte
Krsnas.